Therapieformen

Mir sind im Laufe der letzten 3 Jahre verschiedene Wege der Therapie begegnet, mit deren Hilfe man die Zufriedenheit im trockenen Leben erreichen kann. Als ich mich über die Entgiftungen informiert habe, habe ich einen Weg gesucht, der Gefahr des Entzugs aus dem Weg zu gehen, ohne dabei in einem Krankenhaus übernachten zu müssen. Zu dieser Zeit hatte ich schon einige Gesprächstermine in der Suchtberatungsstelle, und es war klar, dass ich dort eine ambulante Therapie machen würde. Nun war ich auf der Suche nach einer Möglichkeit, die Entgiftung so gefahrlos wie möglich zu machen. Dabei kam ich zur Tagesklinik, in der ich ein Informationsgespräch hatte. Die dort angebotene „teilstationäre Therapie“ beinhaltet die Integration in eine Gruppe. Der Zeitraum bewegt sich ganz individuell für die einzelnen Betroffenen. Mit dem streng geregelten Tagesablauf, der dem im Arbeitsleben gleicht, soll der Betroffene einen gesunden Rhythmus erlernen, der auch das soziale Verhalten in einer Gruppe fördert. Der Ablauf und die Aufgaben erinnern an eine Schulzeit, in der man mittels therapeutischer Gespräche lernt, mit der Sucht umzugehen.

Mich hat bei dem Gespräch mit der Ärztin damals eine unüberwindbare Angst erfasst, die mich zu der Entscheidung gebracht hat, lieber weiter zu trinken, bevor ich mich für 3 endlose Wochen auf dieses Programm einlassen würde. Ich halte die Idee der Tagesklinik allerdings für sehr sinnvoll, und kann mit Sicherheit sagen, dass diese Angst von damals weder an der Ärztin, noch an der Einrichtung gelegen hat.

Nachdem ich dann die Entgiftungsphase hinter mir gelassen hatte, konnte ich dann nach 8wöchiger Abstinenz mit der ambulanten Therapie beginnen. An 2 Abenden pro Woche sollte dann betrachtet werden, was mich wohl zum Alkohol geführt haben könnte. Ich habe in der Zeit allerdings mehr Energie dafür eingesetzt, einen gesicherten Rahmen für mich herzustellen, in dem ich die Abstinenz aufrecht erhalten kann. Diese Gesprächstherapie fand in einer mittelgroßen Gruppe statt, die ebenfalls als ein gesicherter Rahmen angesehen werden kann. Dort habe ich die notwendigen Erfahrungen gemacht, die für den weiteren Weg erforderlich waren.

In einer ambulanten Entwöhnungsbehandlung hat man ca. 80 bis 100 Sitzungen, die von der Kranken- oder Rentenversicherung übernommen werden (sollten). Vielleicht sollte hier noch erwähnt werden, dass die Versicherungsnehmer einer privaten Krankenkasse deutlich benachteiligt sind. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass eine gesetzliche Krankenversicherung eine wesentlich höhere Bereitschaft zeigt, die Kosten für eine ambulante Entwöhnungsbehandlung zu übernehmen.

Da ich mit der stationären Therapie keine Erfahrungen gemacht habe, kann ich nur wenig zu dieser Therapieform sagen. Im Normalfalle dauert diese Behandlung 12 Wochen. Der Grundgedanke liegt wohl darin, den Patienten aus seinem Umfeld zu holen, um ihm die Chance zu geben, sich in vollem Umfang auf seine Aufgabe konzentrieren zu können. Sicherlich kann das ein großer Vorteil sein, allerdings sehe ich auch einen erheblichen Nachteil:

Als ein Alkoholiker, der gerade beginnt, seinen Weg in das abstinente Leben zu gehen, muss man das bisherige Leben völlig umstellen. Ich bin der Meinung, dass genau diese Aufgabe der erste Schritt zum Erfolg ist. Erst wenn der gesicherte Rahmen im eigenen Umfeld hergestellt ist, und der Betroffene sich damit nicht mehr in einer akuten Gefahrenzone befindet, kann die eigentliche Behandlung starten.

Die Individualität eines Menschen zeigt sich in den verschiedenen Werdegängen der Betroffenen. Genauso individuell sind auch die Wege, die notwendig sind, um nicht rückfällig zu werden. Meine eigentliche Behandlung hat begonnen, als ich die erste Sitzung der Psychoanalyse besuchte. Wie ich oben schon erwähnt habe, konnte ich in der Entwöhnungsbehandlung meinen Rahmen herstellen. Während dessen habe ich einen Erfahrungsschatz und ein Grundwissen über die Thematik Alkoholismus gesammelt. Mit diesen beiden Schätzen ist es mir nun möglich, wirklich trocken zu werden, und nicht einfach nur alkoholfrei zu leben. Die Psychoanalyse ist meiner Meinung nach der schwerste, aber auch sinnvollste Weg, der mir zur Verfügung steht.

An dieser Stelle möchte ich noch erwähnen, dass ich eine Therapie für unerlässlich halte, wenn es darum geht, aus einer aktiven Sucht auszusteigen. Ich habe mittlerweile eine ganze Menge Menschen kennen gelernt, die es dadurch erfolgreich geschafft haben. Für welche Therapieform man sich auch immer entscheidet, eines ist klar: Die aktive Mitarbeit ist der „Königsweg“ zur Problemlösung.

Startseite
Mones Suchtgeschichte
Mones Therapiegeschichte
Links
Impressum
Über Alkohol
Kontrollverlust
Suchtgedächtnis
Entgiftung
Suchtverlagerung
Co-Abhängigkeit
 
Mail an Suchtknubbel.de