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Entgiftung Am Anfang des trockenen
Lebens steht die Entgiftung. Man sollte sich den Satz „Nur Du alleine
kannst es schaffen, aber alleine schaffst Du es nicht.“ zu Herzen nehmen,
und die helfende Beratung von Fachleuten in Anspruch nehmen. Eine
Suchtberatungsstelle ist auf dem Weg in die Abstinenz unerlässlich. Dort
habe ich nicht nur erfahren, dass ich mit meinem Problem nicht allein bin,
sondern hatte ich auch Gesprächspartner, die mir mit Interesse zugehört
haben. Das hat mich in meinem Vorhaben sehr bestärkt. Außerdem, und das
ist sicher das Wichtigste, wurde ich über die Möglichkeiten der Entgiftung
aufgeklärt. Ich kannte mich bis zu diesem Tag überhaupt nicht aus, wenn es
um die Risiken im Alkoholentzug geht. Ich wusste bis dahin nicht, dass ein
Entzug in 25% aller Fälle tödlich endet, wenn er ohne Medikamente
stattfindet. Auch wusste ich nicht, dass ein Delirium tremens eine
Entzugserscheinung ist, und kein Vollrausch. Ich habe nicht für möglich
gehalten, dass es eine solche Wirkung überhaupt gibt. Außer dem bekannten
Zittern der Hände war mir kein Symptom bekannt. Während eines Delirium
tremens verändert sich die Wahrnehmung derartig, dass die Realität
verschwimmt, und man sieht oder hört Dinge, die in Wirklichkeit gar nicht
da sind. Das können Dinge sein, die ganz harmlos erscheinen
(Vogelzwitschern obwohl kein Vogel in der Nähe ist). Es kann aber sich
aber auch ganz anders entwickeln. Mich erinnern die Erfahrungsberichte
einiger Freunde eher an die Halluzinationen, die bei der Einnahme von LSD
beschrieben werden. Was auch immer der Betroffene in diesem Zustand
erlebt, er schwebt in akuter Lebensgefahr.
Während des exzessiven Trinkens versucht der Körper der Wirkung des
Alkohols entgegen zu wirken. Er stellt die Hormonproduktion um, und passt
sich damit dem Konsum an. Im Laufe der Abhängigkeit ist die Produktion von
Adrenalin erheblich angestiegen, was einer der Risikofaktoren in der
Entgiftung darstellt. Nach etwa 10 Tagen Entzug, also dann, wenn der
Alkohol komplett den Körper verlassen hat, beginnt der Adrenalinhaushalt
sich zu normalisieren. Dieser Vorgang dauert etwa ein halbes Jahr, was mit
deutlichen Stimmungsschwankungen verbunden ist. In diesen ersten 10
kritischen Tagen besteht die größte Gefahr. Genauer gesagt, besteht die
Gefahr einen Herzstillstand zu erleiden zwischen dem 3. und dem 10. Tag.
In dieser Zeit werden üblicherweise Medikamente verabreicht, die der
Gefahr entgegenwirken sollen. Seit der Verwendung von Distraneurin ist die
Statistik der Todesfälle im Entzug von 25% auf 2% gesunken. Distraneurin
darf nicht vom Arzt verschrieben werden, denn es ist nur zur stationären
Behandlung vorgesehen. Es gibt sogar Gerichtsurteile, die darin den
Tatbestand der Körperverletzung bestätigen. Dennoch gibt es Ärzte, die ein
solches Rezept ausstellen.
„Dieses Medikament wird zur Behandlung der Entzugserscheinungen
eingesetzt. Der Wirkstoff heißt Clomethiazol und hat ein hohes
Suchtpotential. Es wirkt stark beruhigend und eignet sich somit in der
Entgiftungsphase und bei der Behandlung des Delirium tremens. Distraneurin
führt aber bei längerfristiger Einnahme selber zur Abhängigkeit. Deshalb
sollte es nur bei stationärer Behandlung maximal 14 Tage in absteigender
Dosierung verabreicht werden. Eine Verschreibung des Medikaments für die
Behandlung zu Hause gilt heute als ärztlicher Kunstfehler.“ schreibt Ilona
Alice Bühring auf einer Internetseite, die über Alkoholismus aufklärt. |
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